Nach Inaktivität in den Ruhezustand fahren - Ausnahmen erwünscht
Die amerikanische Environmental Protection Agency hat im Jahr 2008 festgestellt, dass höchstens zehn Prozent aller Firmen-PCs die Energiesparfunktionen aktiviert haben. Der Grund: Das globale Schlafenlegen der Firmen-PC nach ein bis zwei Stunden Leerlaufdauer kann für Zündstoff sorgen. Netzwerkverbindungen bestimmter Anwendungen werden nach dem Ruhezustand möglicherweise nicht mehr sauber aufgebaut, oder der - wenn auch geringe - Zeitverlust wird vom Anwender nicht akzeptiert.
Zusätzliche Probleme entstehen, wenn die Rechner in einer vierstündigen Wartungsnacht nach zwei Stunden herunter gefahren werden. Eine Lösung dafür bietet das Tool BedingterRuhezustand, das auf einem geplanten Task basiert. Der geplante Task fährt den Rechner nach einer definierten Leerlaufdauer in den Ruhezustand. Dabei lassen sich Ausnahmen definieren, so dass Regeln wie „Fahre den Rechner nach 60 Minuten Inaktivität in den Ruhezustand, aber nicht Montags - Donnerstags von 8:00 bis 17:00 Uhr und Freitags von 8:00 bis 15:00 Uhr“ möglich sind.
Durch die Installation unter Windows XP mit lokalen Adminrechten durch setup.bat werden zwei VBS-Dateien sowie drei Konfigurationsdateien nach C:\Programme\BedingterRuhezustand kopiert und der geplante Task BedingterRuhezustand erzeugt, der als Zähler dient. Einmal pro Minute schreibt er in das BedingterRuhezustand\temp-Verzeichnis eine 0 KiloByte große Datei. Durch diesen Zähler wird vermieden, dass der Rechner nach dem Hochfahren aus dem Ruhezustand gleich wieder schlafen gelegt wird, da unter Windows während des Ruhezustands der Idle-Counter nicht zurück gesetzt wird. Ist die festgelegte Anzahl Minuten erreicht, wird der Task BedingterRuhezustand-Aktivieren erzeugt, der nach der definierten Leerlaufdauer den Rechner in den Ruhezustand fährt. Das tut er allerdings nur, wenn in Exclude.txt keine Ausnahme definiert wurde. Über die grafische Benutzeroberfläche lassen sich alle Werte konfigurieren. Soll der Rechner beispielsweise Montags - Freitags von 7:00 - 16.00 Uhr und während der Wartungsnacht von Mittwoch 22:00 Uhr bis Donnerstag 3:00 Uhr unabhängig von der Leerlaufdauer immer eingeschaltet bleiben, ansonsten jedoch nach 60 Minuten Inaktivität in den Ruhezustand fahren, kommt die in der Abbildung gezeigte Konfiguration zum Einsatz:

Die von BedingterRuhezustand durchgeführten Aktivitäten werden in der Datei BedingterRuhezustand.log protokolliert. Die geplanten Tasks laufen im Benutzerkontext des System-Accounts und lassen sich problemlos per Softwareverteilung ausrollen. Das .NET-Framework sollte auf dem PC installiert sein, wenn das grafische User-Interface verwendet werden soll. Die Quelldateien für die GUI in Form eines VB2008-Projektes befinden sich im Download-Link. Da keine zentrale Konfiguration erfolgt, eignet sich dieses Stromsparwerkzeug auch für Standalone-PCs oder den Heimrechner.
